Inhalte Kompakt

 

Result Group_Risiken Mittelstand2

Wirtschaftskriminalität Studie Kriminelle Risiken im Mittelstand

RESULT GROUP STUDIE

Kriminelle Risiken im Mittelstand – Gefahren, Schäden und Prävention

Mittelständler sind stark bedroht – und schlecht gerüstet

Der Mittelstand, Innovationstreiber und Rückgrat der deutschen Wirtschaft, rückt immer mehr in den Fokus von Wirtschaftskriminellen. Die Dunkelziffer ist hoch, doch Expertenschätzungen zufolge dürfte sich der Schaden durch Diebstähle, Industriespionage, Erpressungen & Co. auf mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr alleine für den Mit¬telstand in Deutschland summieren. Viele Unternehmen sind sich der Risiken bewusst, aber nicht bereit konkrete Abwehrmaßnahmen zu ergreifen.

Die Studie „Kriminelle Risiken im Mittelstand – Gefahren, Schäden und Prävention“ gibt überraschende Einblicke.

1. Mehr als jeder zweite Mittelständler wurde in den letzten fünf Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität.

Der deutsche Mittelstand ist Leistungsträger und Innovationstreiber. Erfolg und Know-how locken jedoch auch Kriminelle an.

2. Besonders betroffen ist die Industrie.

Hochqualitative Produkte und wertvolle Ideen: Das materielle wie immaterielle Kapital der Industrie ist besonders häufig kriminellen Angriffen ausgesetzt. Aber auch Dienstleister bleiben nicht verschont.

3. Am meisten fürchten die Unternehmen um ihr Know-how.

Das wichtigste Kapital der Unternehmen ist ihre Innovationsfähigkeit. Daher fürchtet der Mittelstand am meisten um seine Wissensträger – vom einfachen Mitarbeiter bis zum Management. Aber auch elektronisch gespeichertes Wissen und geistiges Eigentum stehen an der Spitze der schutzbedürftigen Werte. Weniger Sorgen machen sich die Unternehmen hingegen um die ersetzbaren materiellen Güter.

4. Die Bedrohungen werden in Zukunft aus Sicht der Unternehmen noch zunehmen.

Die Späh-Affären der letzten Monate haben deutliche Spuren in der Risikowahrnehmung der Unternehmen hinterlassen: Industriespionage und Produktpiraterie halten sie für die größten Bedrohungen der nächsten Jahre. Schutz des geistigen Eigentums wird in Zukunft immer wichtiger.

5. Das größte Risiko lauert im eigenen Unternehmen.

Mittelständler, die bereits durch Wirtschafts-kriminalität zu Schaden gekommen sind, müssen einsehen: Die Gefahr schlummert häufig in den eigenen vier Wänden.

Von den bislang verschonten Unternehmen wird dieser Aspekt systematisch unterschätzt.

6. Bereits vor der Einstellung können die Weichen gestellt und schwarze Schafe erkannt werden.

Die Mehrzahl der Mittelständler verfolgen nur einzelne Präventionsmaßnahmen statt auf ein intelligentes Sicherheitskonzept zu setzen. Besonders der Risiko-faktor Mitarbeiter wird häufig zu wenig beachtet: Nur wenige Unternehmen nutzen ein systematisches Pre-Employment-Screening, um zukünftige Kollegen auf Ihre Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen.

Unzufriedenheit kann zum Frühwarnsignal werden.

Kriminalität in den eigenen Reihen entwickelt sich meist nicht aus heiterem Himmel. Unzufriedene Mitarbeiter verlieren die Loyalität zu ihrem Arbeit¬geber. Das senkt die Hemmschwelle für kriminelle Handlungen. Mit Wachsamkeit und Fingerspitz¬engefühl können Unternehmen dem frühzeitig entgegensteuern.

7. Nicht nur Kriminelle, auch Staaten und Geschäftspartner sind potenzielle Angreifer.

Attacken durch Externe werden aus Sicht des Mittelstands bis 2016 weiter zunehmen. Die NSA-Affäre hat Unternehmen zudem für eine bislang unterschätzte Gefahr sensibilisiert: Wirtschaftsspionage durch andere Staaten.
Aber auch scheinbar vertrauenswürdige Geschäftspartner entpuppen sich zuweilen als Sicherheitslücke. Ein komplettes Businesspartner-Screening könnte das frühzeitig aufdecken.

8. Schäden durch Wirtschaftskriminalität gehen häufig in die Millionen.

Während die Industrie Einzelschäden bis maximal 500.000 Euro kennt, musste jeder 5. Dienstleister sogar einen Schaden über 500.000 Euro verschmerzen. Dabei sind Folgekosten z. B. durch eine angeschlagene Reputation noch nicht eingerechnet.

9. Dennoch stellt ein Drittel der Mittelständler kein Budget für Prävention bereit.

Obwohl Mittelständler viele schützenswerte materielle ebenso wie immaterielle Güter haben, investieren sie wenig in die Abwehr krimineller Angriffe. Das macht sie verwundbarer als Großkonzerne mit entsprechender Finanzdecke.

Fazit

Viele Schäden und hohe Verluste könnten durch gezielte Maßnahmen vermieden werden

Daher sollte Prävention in jedem Unternehmen Chefsache sein. Ein intelligentes Sicherheitskonzept muss sich individuell an das jeweilige Unternehmen anpassen, ganzheitlich aufgesetzt und kontinuierlich evaluiert werden.

Die Studie:

Für die Studie „Kriminelle Risiken im Mittelstand – Gefahren, Schäden und Prävention“ befragten forsa und das F.A.Z.-Institut im Januar 2014 im Auftrag von Result Group 100 Entscheider für die Bereiche Risikomanagement, Compliance und Informationsschutz aus deutschen Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbei¬tern nach ihren Erfahrungen mit Wirtschaftskriminalität, ihrer Einschätzung der gegenwärtig und zukünftig besonders gefährdeten Unternehmensbereiche und ihren Präventionsmaßnahmen. Die ausführlichen Ergebnisse sind nachzulesen unter www.result-group.com/unternehmen/studie-wirtschaftskriminalitaet.html.